Billy Idol - Devil's Playground

Interpret: Billy Idol
Album: Devil's Playground
Release: 21.03.2005
Label/Vertrieb Sanctuary Records/BMG


Weder Drogenprobleme, noch ein Motorradunfall haben ihn umgebracht, der Mann scheint mehr Leben zu haben, als eine Katze! Nun ist Billy Idol, zwölf Jahre nach seinem letzten Studioalbum und mit mittlerweile 50 Jahren auf seinem Buckel, zurück. Und wie! Devil’s Playground strotzt nur so von Energie und Kraft und wartet gar mit einigen Überraschungen auf!

Super Overdrive eröffnet sein neues Album auf eindrückliche Art und Weise, die Gitarren rocken (endlich wieder mit Steve Stevens), das Schlagzeug hämmert und der Bass dröhnt, dazu die kraftvolle Stimme vom Meister höchstpersönlich! Teilweise erinnert der Song gar an Green Day’s American Idiot, nur um Welten dreckiger! In diesem Stil geht’s auch gleich weiter, bis mit Rat Race an dritter Stelle bereits ein Höhepunkt der CD ansteht. Dank der gelungenen Abwechslung von ruhigen und rockigen Tönen ein brillanter Song. Der Refrain ist unendlich eingängig, was nebenbei erwähnt ohnehin der grosse Pluspunkt von Devil’s Playground ist. Auf jedem Stück gibt es einen Refrain, der die Angewohnheit entwickelt, den Kopf nicht mehr verlassen zu wollen und zu einem ständigen Begleiter wird!

Ein weiteres Highlight stellt Plastic Jesus dar. Ein ruhiges Stück mit ironischen Lyrics, die zum Nachdenken anregen. Billy versteckt darin Kritik an der Kirche und regt zum Hinterfragen der schizophrenen Mentalität an, Wasser zu predigen und Wein zu trinken. Dank seiner auf dem Armaturenbrett mitfahrenden Jesusfigur aus Plastik braucht er sich absolut keine Sorgen zu machen und muss nicht einmal auf sie Rücksicht nehmen: Aufgrund ihres Plastik-Ohres kann er ohne schlechtes Gewissen vor der Figur fluchen: „Cos Jesus’ plastico doesn’t hear. Cos’ he has a plastic ear. The man who invented plastic saved my soul!” Umwerfend auch die Vorstellung, wie er die hohle Figur zum Transport von Alkohol missbraucht!

Der grösste Teil der Songs auf Devil’s Playground vereint rockige Melodien mit unschlagbaren Texten. Dank Steve Stevens, der wieder ordentlich in die Saiten langt und ein Solo nach dem andern hinlegt, ist die Platte die reinste Wohltat für die Ohren. Ein Hammersong jagt den nächsten, kein einziger fällt ab. Zudem ist die CD äusserst abwechslungsreich: härtere Stücke wechseln sich ab mit ruhigeren Melodien und die zwei eingangs angetönten Überraschungen lockern das Album erfolgreich auf: Yellin’ at the Christmas Tree ist ein Weihnachtssong erster Klasse, der leider etwas früh erschienen ist und dem es dadurch nicht gelingt, den Hörer in Weihnächtliche Stimmung zu versetzen, Lady do or die wiederum ist ein ausgezeichneter Country-Song, Billys Stimme klingt rau und reif, der jahrelange Drogenkonsum hat zumindest seiner Stimme nicht geschadet.

Ein Comeback-Album das auch den hintersten und letzten überzeugen dürfte. Das lange Warten auf dieses Werk hat sich in jeglicher Hinsicht gelohnt. Billy Idol rockt sich dank grossartiger Unterstützung von Steve Stevens trotz bereits eindrücklichem Alter die Seele aus dem Leib. Totgesagte leben offenbar doch länger!
Mehr Infos unter:
http://www.billyidol.com
http://www.bmg.ch
27.03.2005
Publiziert von: Silvan Gertsch